Rezensionen

DC-Horror: Der Zombie-Virus

Okay, eigentlich dachten wir dass das Thema Zombies spätestens nach dem Ende von The Walking Dead fertig gemolken wurde. Bei Marvel hatte man das Thema 2005 mit der Mini-Serie Marvel Zombies abgehakt. Doch irgendwie ließ mich nun DCEASED (Originaltitel) doch aufhorchen, und nicht nur wegen des Wortspiels.

Zum einen weil die Cover von Francesco Mattina echt fies aussehen, zum anderen mochte ich Tom Taylor bei den Injustice-Comics, wo er schwer abgeliefert hatte. Und die Prämisse „abgeschlossene Story, losgelöst von der Continuity“ ist oft ein optimaler Nährboden für gute, kompromisslose Geschichten.

Wurzel allen Übels in DCEASED ist mal wieder Darkseid, der der Justice League unterlegen ist, im letzten Moment aber einen Virus auf die Menschheit loslassen kann. Dabei handelt es sich nicht um einen biologischen Virus sondern um einen technologischen, der über jeder Display Lebewesen infizieren kann – über visuellen Kontakt. So gerät ein Großteil der Menschheit innerhalb weniger Stunden unter den Bann des Virus, und wird zu Darkseid-Zombies, d.h. das personalisierte Anti-Leben. Die Befallenen sind äußerst schnell, super-aggressiv und übermenschlich stark. Dies wäre für die Superhelden der eigentlich kein Problem, wären sie nicht selbst auch Opfer des Virus geworden, und so kämpfen sie bald nicht nur gegen „normale“ Zombies, sondern gegen zombiefizierte Metawesen…

Fazit:

Tom Taylor hat hier meine Erwartungen komplett erfüllt, und eine Geschichte unter Vollgas geschrieben, bei der ihm nichts und niemand heilig ist. Es geht hier nicht um reines Gemetzel von hirnlosen, langsamen Untoten, sondern um die zwischenmenschlichen Beziehungen in der Apokalypse. Außerdem experimentiert Taylor mit der spannenden Frage, wie bestimmt Superkräfte auf das Virus reagieren und feiert ein Feuerwerk der Ideen dabei ab. Da kommt zu keiner Zeit Langweile auf. Insgesamt gibt es eine Parallele zu GAME OF THRONES: Man weiß nie, wer als nächstes stirbt. Hier gibt es keine Tabus, und immun gegen den Virus ist absolut niemand, was es umso spannender macht.

Zeichnerisch sehe ich noch Luft nach oben.  Eine Vielzahl von Zeichnern wie Trevor Hairsine und Neil Edwards durften mitwirken, die Qualität ist aber leider unterschiedlich, und ein konstanter Zeichner hätte der Serie gutgetan. Viel Wiedererkennungswert kommt durch Rain Beredos Farben die dem Band den Charme der Events um die Jahrtausendwende geben, welche seinerzeit als Trades bei Dino Comics erschienen sind. Der Umfang ist mit 7 Heften (DCEASED 1-6 und DCEASED: A good day to die) genau richtig, und man muss froh sein, dass nicht ein Großevent mit 50+ Heften geschaffen wurde.

Ansonsten gebt mir gern mehr von Tom Taylor, egal von welchem Verlag.

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