Rezensionen

Punisher: Soviet Russische Sünden (Panini)

Wohl kein Autor hat die Figur Punisher in den letzten so stark geprägt wie Garth Ennis. Der Nordire hat viele legendäre Punisher-Momente und Figuren geschaffen, denn hier konnte er seinen Hang zum Massaker mit Spaß freien Lauf lassen. Aber nicht nur die überbordendente Gewaltdarstellung ist es die Ennis großen Spaß macht, sondern auch die Erzählung von Kriegsgeschichten wie in War Story oder Battlefields. In Punisher: Soviet kommt beides zusammen. Grund genug, sich den Band näher anzusehen.

Handlung

Frank Castle tut, was er am besten und am liebsten tut: er tötet Schwerverbrecher. Dieses Mal kämpft er gegen eine russische Bande. Bei seinen freundlichen Verhörmethoden kommt heraus, dass man ihn schon gefürchtet hat, und zwar wegen Aktionen gegen die Bande, die er nicht durchgeführt hat. Ein anderer tötet, und anhand seiner Arbeitsweise wird er für den Punisher gehalten. Da beide denselben Gegner haben dauert es nicht lange, und Frank Castle trifft auf Valery Stepanovich, einen ehemaligen sowjetischen Afghanistan-Veteran.

Dieser hat eine persönliche Fehde mit seinen Landsleuten. Nach und nach berichtet er Castle seine Lebensgeschichte, die bei seinem Einsatz gegen die Taliban für immer geprägt wurde. Doch nicht nur die Afghanen haben Valery auf’s Korn genommen, sondern auch seine eigenen Landsleute. Valery ist auf der Suche nach einem Armeeangehörigen, der seine Gruppe an den Feind verraten hat, was alle außer ihm das Leben kostete.  Castle schließt sich seinem Rachefeldzug an, denn er hat mit Stepanovich mehr gemein, als er zugeben möchte.

Fazit

In den Grausamkeiten der sowjetische Intervention in Afghanistan kann Ennis voll aufdrehen, denn Grausamkeiten waren hier an der Tagesordnung, und so bekommt der Leser das volle Paket an Verletzungen und Folter zu sehen. Doch auch die moralische Seite wird hier beleuchtet, was für die Geschichte sehr wichtig ist, denn sie vereinigt Frank und Valery, denn beiden ist in ihren Kriegen schlimmes widerfahren. Das macht den Ennisher hier etwas menschlicher als er oft von anderen Autoren dargestellt wird.

Mit Jacen Burroes hat sich Ennis hier einen erfahrenen Zeichner zur Seite geholt, mit dem er auch bei „Die Chroniken von Wormwood“ und „Crossed“ gut zusammengearbeitet hat. Er legt im richtigen Moment den Fokus auf Details, und kann sich hier bei den Gesichtsausdrücken und der Zerstörung super austoben. Ganz klar, das „Ab 18“ steht hier nicht zur Dekoration auf dem Band.

Mir hat der Band, der in der US-Version dem Label Marvel Max Comics erschienen ist, gut gefallen. Befürchtungen, Ennis könnte anfangen, sich selbst zu wiederholen, haben sich nicht bewahrheitet.

Gerade die Rückblicke Valerys haben für die nötige Atmosphäre gesorgt, denn was ist eine Rachegeschichte schon ohne gutes Motiv? Hier kann man fühlen, warum die russischen Mafiosi böse sind, und nicht nur das generische „es sind eben Verbrecher“.

Ich hoffen, dass Ennis demnächst wieder mehr Geschichten jenseits der Superhelden-Universen schreiben darf, denn da kann er wie man hier sieht seine Stärken voll einbringen.

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