Rezensionen

Jessica Jones: Blind Spot – Im Visier (Panini)

Vor zwei Jahren erschien mit „Jessica Jones Megaband – Das letzte Kapitel“ der letzte Band vom Schöpfer von Jessica Jones, Brian Michael Bendis, der sehr in der Tradition seiner eigenen Serie stand, und natürlich waren auch Michael Gaydos und Javier Pulido als Stammzeichner mit im Boot. Mit „Blind Spot – Im Visier“ nimmt ein neues Kreativteam das Leben von Jessica Jones ins Visier.

Die Titelheldin ist die ehemalige Superheldin namens Jewel, hat eine Detektei, und widmete sich Fällen, bei denen Superhelden, Schurken oder Mutanten beteiligt waren, und zwar auf ihre ganz eigene Art. Stets mit Selbstzweifeln versehen, Alkoholikerin, Kettenraucherin, und zynisches Miststück. Trotzdem bzw. gerade deswegen liebten die Leser Jessica, und das, obwohl Bendis mal wieder einen Redcon eingeführt hatte. Sicher auch, weil Bendis sie so perfekt zwischen Ms. Marvel und anderen Avengers eingebettet hatte, als wäre sie schon immer da gewesen. Als sie dann noch mit Luke Cage ein Kind hatte, war sie aus dem Marvel Universum nicht mehr wegzudenken, auch wenn die Serie zu Ende ging. 2015 kam die Netflix Serie, die trotz der im Mainstream wenig bekannten Figur einen überraschend erfolgreich war.

Handlung

Nach der Trennung in „Das letzte Kapitel“ ist Jessica wieder mit Luke und dem Nachwuchs vereint. Ihr Leben findet zwischen kleineren Fällchen und der Kinderbetreuung statt. Alles ist fast perfekt, als Jess in ihrem Büro die Leiche einer jungen Frau findet. Im gleichen Moment steht das NYPD hinter ihr, die einen anonymen Tipp bekommen haben. Klar, jemand will sie in die Pfanne hauen, doch er steckt dahinter? Es stellt sich heraus, dass es sich bei der Leiche um eine ehemalige Klientin von Jess‘ Detektei Alias Investigation handelt, doch seinerzeit konnte sie ihren Auftrag nicht erfüllen. Voller Schuldgefühle macht sich Jessica auf die Suche nach dem Mörder der jungen Dame, doch auch ihr Leben ist gefährdet…

Fazit:

Das neue Kreativteam mit Autorin Kelly Thompson und den Zeichnern Mattia De Iulis und Marcio Takara (nur letztes enthaltenes US-Heft) gefällt mir sehr gut. Es wurde auch Zeit für eine weibliche Autorin gerade in dieser Serie, in der es schon immer mehr um den Charakter als um Spandex und Kämpfe ging. Ich bin sehr empfindlich was Änderungen liebgewonnener Figuren betrifft, aber hier gibt es nichts zu beanstanden. Bei Mattia De Iulis muss man klar sagen dass er sehr guter Zeichner ist, selbst wann man wie ich stark auf Gaydos fixiert war. Für meinen Geschmack ist er jedoch bei Jessica selbst etwas zu sehr in die Model-Richtung gedriftet. Alias lebte davon, dass Jessica eben nicht ständig so perfekt aussah wie Ms. Marvel, sondern eben auch mal nicht durchgestylt daherkam – und genau das mochte ich daran. In diesem Band kann sie, auch wenn sie nicht da geborgte Kostüm vom Ms. Marvel anhat, als Carol Davers mit dunklen Haaren durchgehen. Marcio Takara interpretiert sie in seinem Beitrag fast als Latina. Ich wünsch mir für die Zukunft wieder die Jessica, die nicht aussieht als hätte sie sich morgens erst mal 2 Stunden gestylt.

„Blind Spot“ kann außerdem mit witzigen Dialogen und auch vielen gut platzierten Gastauftritten punkten, z.B. mit She-Hulk, Spider-Man und MJ oder Elsa Bloodstone. Auch Misty Knight und Thor haben ihre Auftritte.

Schlussendlich ist es aber ein sinniger Fall, der Geschichten um Alias Investigations ausmacht, und den hat Thompson hier geschaffen. Mord in einer Welt mit Metawesen kann so gut gemacht sein wenn man nur will. Es freut mich, dass Kelly Thompson die Serie weiterschreiben kann, denn der Cliffhanger am Ende der abgeschlossenen Geschichte ist echt fies.

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