In eigener Sache

Die Comic-Cookies und ich

Als ich 2012 auf die Idee kam, die Comic-Cookies zu starten, war ich selbst noch gar nicht so lange, aber dennoch schnell passionierter Podcast-Hörer. Dieser wurde ich allerdings erst nach dem zweiten Anlauf. Als ich erstmals mit Podcasts in Verbindung kam, musste man diese entweder am PC hören oder man musste sie sich umständlich auf einen MP3-Player frickeln. Dazu war ich einfach zu faul. Technik sollte es schließlich einfacher machen. Gut, ich war nie ein wirklicher Early Adopter. Das ging mir mit Instagram auch so. 2011 installiert, ein wenig damit herum probiert, für mich keinen Mehrwert entdeckt, Haken dran. Erst Jahre später habe ich es dann auch für mich zu nutzen gelernt.


(Meine) Entdeckung der Podcasts

Erst Smartphones machten Podcasts wieder interessant für mich. Anfang der 2010er hörte ich manchmal diese eine Radiosendung mit dem einen Moderatoren, den ich irgendwie mochte. Allerdings lief das immer in der Nacht und ich hörte das somit eher zufällig, zum Beispiel auf dem Heimweg vom Comic-Stammtisch. Also erinnerte ich mich an dieses Auslieferungsformat Podcast und dachte: „Okay, schau ich doch mal nach, ob es mit dem einen Podcast gibt.“ Das Smartphone war ja mittlerweile da, ich konnte das schnell überprüfen. Und siehe da: Der Mann machte gleich mehrere Podcasts. Also hörte ich geduldig in alle Formate rein, einige davon höre ich heute noch. Über diesen Podcaster entdeckte ich dann andere interessante Formate. Die Liste wuchs rasant an. Allerdings fand ich nichts zum Thema Comics. Es gab zwar den Zettgeist der aber mittlerweile eher als Video erschien. Es muss auch schon „Nerd Nerd Nerd“ gegeben haben, aber den Podcast hatte ich seinerzeit nicht gefunden. Damals war iTunes noch meine einzige Anlaufstelle, wenn man Podcasts entdecken wollte. Was da nicht gelistet war, wurde auch nicht gehört.


Die Gründung der Comic-Cookies

Ich mache einen kleinen Sprung nach 2012. Ich hatte schon ein paar Jahre die Comic-Community betrieben, die ihrerseits wieder aus anderen Fanprojekten hervorgegangen war. Ich war jetzt irgendwie bei der Ehre gepackt: „Okay, wenn es keinen Podcast zu Comics gibt, mache ich den eben selbst! So!“

Als Besetzung konnte ich mir gut ein Team aus drei Leuten vorstellen. Ich kannte breedstorm schon recht lange; er schrieb auch bei der Comic-Community mit und er konnte sensationell gut über Comics diskutieren. Die erste Wahl für einen potentiellen Podcast-Partner war also einfach. Dann gab es da noch Uwe, der damals der fleißigste Schreiber in der Comic-Community war. Uwe war allerdings auch nicht einfach im Umgang und zudem hatten sich freundschaftlich, aber auch in der Zusammenarbeit mit ihm ein paar Schwierigkeiten entwickelt. Leser, die dieses Blog schon länger verfolgen, wissen das. Ich konnte mir aufgrund seiner Art einfach nicht vorstellen, das Uwe gut in den Podcast passen würde. Einige Zeit später sollte sich die Entscheidung, ihn aus den Comic-Cookies heraus zu halten, tatsächlich als die richtige herausstellen. Als dritter im Bunde kam mir daher schnell Sepp und seine Art über Comics zu fachsimpeln in den Sinn. Das war auch nicht schwer, wir hatten uns eben erst beim Comic Salon in Erlangen getroffen und eine gute Zeit gehabt. Also schlug ich breedstorm und Sepp vor, dass wir uns zunächst ganz zwanglos in dem Frankfurter Brauhaus-Lokal treffen sollten, in dem wir uns die Jahre davor immer wieder nach der Buchmesse getroffen hatten. Sepp wohnte zu dieser Zeit auch in der Nähe, was das ganze Vorhaben begünstigte. Während unserer Runde sagte ich dann so etwas, wie: „Wir reden jetzt weiter über Comics, aber ich nehme das mal hiermit auf!“, und ich zückte das Smartphone. Die Aufnahme war nicht die Beste, aber man verstand uns. Dem Vorschlag, das monatlich zu machen und als Podcast zu veröffentlichen, stimmten die beiden zu. Sepp sprach sowieso gerne über Comics und auch breedstorm hatte Spaß daran, solange sie sich nur nicht um die technischen Aspekte kümmern mussten. Ich selbst war nie der große Redner, aber es machte mir immer Spaß, den beiden beim Fachsimpeln zuzuhören.

Wir trafen uns also irgendwann im Juni und nahmen in Sepps damaliger Heimstatt die erste Folge der Comic-Cookies auf. Als Aufnahmegerät diente damals das Smartphone mit einem iRig-Mikrofon drauf. Ich hatte schon gehört, dass man die Soundqualität mittels auphonic verbessern konnte, was den Start deutlich erleichterte. Auch ein Podcast-Hoster war schnell gefunden. Die Comic-Cookies gingen am 8. Juli 2012 erstmals online. Tatsächlich machte uns das Ganze so viel Spaß, dass wir Monat um Monat (mindestens) eine neue Episode produzierten. Mit der Zeit kaufte ich das erste Zoom-Aufnahmegerät; das zweite folgte schnell.


Die Comic-Cookies im Wandel

Die Zeit verging wie im Fluge und Zack-Bumm, waren zwei Jahre vorüber gegangen. Am Tisch im Brauerei-Lokal hätte keiner von uns gedacht, dass die Comic-Cookies so lange erscheinen würden. 2014 veränderte sich Sepp beruflich, was dazu führte, dass er wieder in seine Heimat zurückkehrte. Das machte regelmäßige Aufnahmen mit ihm unpraktikabel. Allerdings blieb er als gerne gehörter Gast erhalten – und im Intro sowieso. Mit Oni, die ich vom Comic-Stammtisch kannte,  hatten wir bald die neue dritte im Bunde, die zur Unterstützung auch hin und wieder Feli oder ihren Mann Al dabei hatte. Mit Basti holten wir uns erstmals einen Hörer als Gast dazu. Aus dieser Begegnung resultierte „Etage 13“, ein weiterer Nerd-Podcast. Irgendwann wurde dann auch nochmals technisch aufgerüstet und ich beschaffte das Zoom H6 mit vier Headset-Mikrofonen.

Das damalige Logo hatte Oni gezeichnet

Wieder zwei Jahre später kündigte sich die nächste Umbesetzung an: Auch Oni und Al veränderten sich und zogen Ende des Jahres weg. Es schien sich ein Muster abzuzeichnen. Also machten breedstorm und ich zunächst alleine weiter, dafür aber mit tollen Gästen. So gab es in dieser Zeit den ersten von drei Podcasts mit Horst Gotta von Splitter – lange bevor Splitter letztes Jahr seinen eigenen Podcast startete. Ich unterhielt mich mit Christina über DC-Comics. Wir haben über die German Comic Con gesprochen. Da war unter anderem erstmals auch ein gewisser Leger Legende dabei und im Anschluss auch bei der zweiten Splitter-Episode.

Irgendwann hatte mich ein im Superman-Strampler kostümierter junger Mann in meinem Stamm-Comicladen auf meine Stimme angesprochen, weil er sie aus unserem Podcast kannte. Das war Andi, der kurze Zeit später seinen Podcast „Tele-Stammtisch“ startete. So war auch er als Gast dabei. Leger Legende wurde neues Stammmitglied, aber die Logistik machte es notwendig, dass er und breedstorm sich abwechseln mussten. In den letzten Jahren hatten wir dann noch einige Gäste mehr im Podcast. So war zum Beispiel, wenn wir beim Comic Salon waren, auch Andi Preller von „Das Alles“ ein gern gehörter Gast. Auf seine Initiative hin gab es bereits 2014 das erste Comic-Podcaster – Crossover. Zu einem zweiten Podcast-Crossover hatte 2018 dann der Tele-Stammtisch-Andi geladen. Auch Sepp kam Dank einiger Treffen mit breedstorm und auch in Erlangen immer wieder zu Wort. Ein gewisser Patrick stolperte dann quasi während einer Buchmesse-Aufnahme dazu und wurde zunächst wiederkehrender Gast. Und natürlich gab es einige Gäste mehr, aber warum erzähle ich das alles so lange und ausführlich, Ihr könnt das doch nachhören?! 🙂


Über meinen Ausstieg

Ich merkte spätestens im Jahre 2019, dass für mich in Bezug auf die Comic-Cookies die Luft raus war. Ich hatte (und habe noch immer) das Gefühl, dass meine Geschichte mit diesem Podcast zu Ende erzählt ist. Das zeigte sich durch mehrere Faktoren, aber im Wesentlichen durch zwei:

Zum einen war meine Intension, als ich startete, wie schon oben beschrieben, dass es kaum Podcasts zum Thema Comics gab. Das hatte sich nun über die Jahre geändert, da einige gute Formate (aber um ehrlich zu sein auch weniger gute, das ist aber letztlich subjektiv) hinzugekommen sind. Ein paar Comic-Podcasts sind sogar schon wieder verschwunden. Schaut dazu gerne mal in meine Sammlung deutschsprachiger Comic-Podcasts. Das sorgte bei mir für eine gewisse Übersättigung. Das ist nicht weiter schlimm und schließlich allein mein Problem, aber so funktioniere ich eben.

Zudem hatte ich das Gefühl, dass ich meine immer größer werdenden Erwartungen an mich und wie ich den Podcast gestalten wollte, nicht mehr erfüllen konnte. Ich genügte mir einfach selbst nicht mehr. Das Schneiden wurde (mild ausgedrückt) zur Anstrengung, weil ich mir und meinem (vielleicht nur subjektiv wahrgenommenen) Scheitern selbst zuhören musste. Das führte dazu, dass mir die Arbeit an den Comic-Cookies keinen Spaß mehr bereitete. Ich entschied mich daher schweren Herzens für die persönliche Reißleine.


Ein neuer Start

Ich war mir recht sicher, dass die Cookies mit neuem Team (neben breestorm, dem es weiterhin viel Spaß machte) besser werden konnten. Mein erster Gedanke viel dabei direkt auf Andi vom Tele-Stammtisch, der sich mittlerweile eine tolle Podcast-Expertise und ein umfangreiches Netzwerk aufgebaut hatte. Andi konnte sich die Übernahme der Comic-Cookies dankenswerter Weise vorstellen. Auch Patrick, der mittlerweile auch beim Tele-Stammtisch zu hören war, gesellte sich zum neuen Stamm-Team. Besonders freute ich mich über die Zusage von Andi Preller, der als Moderator Struktur in den Podcast gebracht hat. Breedstorm bleibt als verbliebenes Gründungsmitglied im Podcast weiterhin in seinem Element. Ich bin dankbar für das tolle neue Team. Obwohl die Entscheidung den Podcast loszulassen alles andere als schnell und leichtherzig getroffen war, bin ich sehr froh, wie es sich nun entwickelt hat. Es macht mir so viel Spaß, den Cookies einfach nur zuzuhören. Wenn es passt kehre ich sehr gerne als Gast zurück.

Es ist immerhin nicht mehr weit bis Episode 100…

Die Logos

Über die Jahre haben sich natürlich auch ein paar Varianten des Logos angesammelt.

Kategorien:In eigener Sache, Magazin

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